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3/2019 | 20. Juni

Willkommen im Sommer ☀️

Die Kraft der Sonne ist bereits wieder spürbar. Fluch oder Segen? Das Klima zum Inhalt haben gleich zwei neue Vertiefungskurse von eco-bau und SIA.

Wir haben uns gefragt, wo in unserer Arbeit und in unserem Angebot der Gedanke der Kreislaufwirtschaft zum Tragen kommt – lesen Sie mehr zu unserer Standortbestimmung nachfolgend. Wer mehr über Bauen in der Kreislaufwirtschaft erfahren möchte, hat diesen Herbst Gelegenheit dazu. Eco-bau und Empa bieten zusammen ein eintägiges Seminar an.

Nun wünschen wir Ihnen schöne Sommertage. 
Ihr eco-bau Team


Fokus
Eco-bau und Circular Buildings
Mit Unterstützung der Eco-Planungsinstrumente von eco-bau können Bauträger, Architektinnen und Architekten und weitere Fachplaner einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten. Bereits bei der Konzeption verlangt zum Beispiel unser Gebäudestandard Minergie-Eco, dass Gebäude flexibel, wandlungsfähig und unterhaltsfreundlich konzipiert werden. Das bedingt, dass die Anforderungen der Systemtrennung konsequent umgesetzt werden. Auch der Einsatz von Recyclingbaustoffen insbesondere der Recyclingbeton wird über Minergie-Eco konsequent eingefordert.
Wichtige Aspekte der Kreislaufwirtschaft sind auch bei der Material- und Produktbewertung eingeflossen. Da wird der Recyclinganteil in der Herstellung und die Entsorgbarkeit von Materialien konsequent mitberücksichtigt. Wer also Produkte mit der Kennzeichnung Eco-1 und Eco-2 einsetzt, unterstützt die Kreislaufwirtschaft.
Noch wenig Anwendung findet in der Schweiz der Einsatz von gebrauchten Bauteilen, trotz verschiedener Bauteilbörsen. Falls Sie dazu gute Ideen haben, melden Sie sich bei uns.


Neues aus dem Verein
Herbstseminar für Mitglieder 
Safe the date: 19. September 2019
Thema: Nachhaltige Beschaffung von Holz
Einladung an die Mitglieder folgt.

Sollten auch Sie an einer Mitgliedschaft und an diesem Anlass interessiert sein, so wenden Sie sich bitte an Barbara Sintzel: barbara.sintzel@eco-bau.ch.
Informationen zur Mitgliedschaft eco-bau finden Sie hier.


Neues Mitglied HTA Freiburg
Die Hochschule für Technik und Architektur in Freiburg (HTA-FR) ist vor kurzem dem Verein eco-bau beigetreten. Zusammen mit der HEPIA zählen nun zwei welsche Bildungsinstitutionen zu Mitgliedern von eco-bau. Die Professoren Joëlle Goyette und Raphaël Compagnon freuen sich über diesen Beitritt, da sie in ihren Kursen regelmässig eco-bau Instrumente einsetzen. «Wir stellen die Eco-BKP Merkblätter und die Eco-Produkte routinemässig vor, und merken, dass unsere Studierenden oft noch nie davon gehört haben. Aber gerade Architektinnen und Architekten benötigen in ihrer täglichen Arbeit Zugang zu solch wertvollen, verlässlichen, neutralen und aktuellen Informationen.» Die Hochschule hilft mit, die eco-bau-Dienstleistungen bekannt zu machen. Aber sie unterstützt auch deren Anwendung zum Beispiel im Rahmen des Smart Living Lab-Projekts. Da werden die Instrumente eingesetzt und es wird über Ergänzungen nachgedacht, beispielsweise bei Fragen zur Raumluftqualität oder zum solaren Gewinn.


Nachhaltig bauen
Mit Eco-Produkten zu gesundem Innenraumklima
Schadstoffarme Bauprodukte sind als Basis für gesundes Wohnen unerlässlich. Doch welche sind nachweisbar schadstoffarm? Unter anderem solche, die im «Online-Verzeichnis der Eco-Produkte» gelistet sind. Diese darin aufgeführten Bauprodukte wie Bodenbeläge oder Dämmstoffe werden beispielsweise auf Inhaltsstoffe wie z.B. flüchtige organische Verbindungen (VOCs) oder Formaldehyd geprüft, damit sie nach dem Einbau nicht zu gesundheitlichen Problemen führen. Dies nach Kriterien, die in der eco-bau Methodik Baumaterialien definiert sind.
Ziel des Online-Verzeichnis ist es, Bauherren, Unternehmen, Architekten und Architektinnen bei Entwurf, Konzeption und Ausführung von nachhaltigen und gesunden Bauten zu unterstützen, indem es ihnen eine ökologische Produktauswahl gemäss BKP zur Verfügung stellt.
Das Produktverzeichnis wächst ständig. Zurzeit sind rund 1700 Einträge aufgeführt. Seit 2019 sind auch Fenster und Türen gelistet und mit allen relevanten Beurteilungskriterien hinterlegt.
Prüfen Sie, ob Produkte, die Sie nutzen oder herstellen schon eingetragen sind.


Chemischer Holzschutz von Rundholz im Wald
In der Schweiz wird ein erheblicher Teil des gefällten Holzes im Wald zwischengelagert. Dies kann zu einer vorbeugenden chemischen Behandlung führen, insbesondere wenn die Gefahr eines Schädlingsbefalls besteht. Über diesen vorbeugenden Schutz von gelagertem Holz und über Alternativen dazu wurde in der Forstindustrie in den letzten Monaten viel diskutiert.
Eco-bau unterstützt die Verwendung von biozidfreiem Holz. Aus diesem Grund verbietet das Label Minergie-Eco beispielsweise die Verwendung von Holzschutzmitteln in Innenräumen. Die Lagerung von Holz im Wald berücksichtigen das Biozid-Kriterium von eco-bau zurzeit nicht.
Der FSC-Label gestattet unter bestimmten Voraussetzungen und ausnahmsweise den vorbeugenden chemischen Schutz von im Wald gelagertem Holz. 

Forschung & Entwicklung
Neues zum Radon
Die Radonproblematik wird zurzeit in verschiedenen Studien zur Sprache gebracht. Radon Mitigation Efficiency ist ein vom Bundesamt für Gesund (BAG) finanziertes Forschungsprojekt, das die langfristige Wirksamkeit von Radonsanierungen in Wohngebäuden überprüfen will. Um Informationen über möglichst viele Radonsanierungen in der Schweiz zu erhalten, laden die Projektautoren alle Personen, die Radonsanierungen durchgeführt haben, dazu ein, einen Fragenbogen auszufüllen.
Als Ergebnis eines französisch-schweizerischen Interreg-Programms, wurde vor kurzem die JURAD-BAT-Plattform herausaufgeschaltet. Die Plattform beantwortet viele Fragen und visualisiert dieses unsichtbare Problem auf didaktische Weise. Sie ist eine regelrechte Toolbox, um die Öffentlichkeit zu informieren und sensibilisieren, um Fachleute im Bauwesen zu schulen und um Behörden beim Risikomanagement von Radon zu unterstützen.
Wahrscheinlichkeit in % den Referenzwert von 300 Bq/m3 zu überschreiten.
Quelle: Bundesamt für Gesundheit, Stand 2017


Nachhaltige Gebäude
Neuauflage des Alten
Der Ersatzneubau der ersten Schweizer Industriemühle von 1865 in Alberswil im Luzerner Hinterland kann dank einem eigenen, neuen Wasserkraftwerk und einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe zu 100% mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Der neue «Mülihof» wurde in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und dem Architekturbüro Bob Gysin Partner aus Zürich geplant. Anstatt einer industriellen Nutzung integriert der Bau heute ein Aparthotel und 17 Eigentumswohnungen.
Die Volumetrie des Neubaus orientiert sich an der ehemaligen Mühle, während die Materialien und Oberflächenbehandlungen zeitgenössische Akzente setzen. Konnte der historische Bau aus ökonomischen Gründen nicht erhalten werden, wurde die denkmalgeschützte Turbinenanlage fachgerecht restauriert. Vorbildlich ist zudem, dass Kalksteinquader des früheren Fundaments heute den Mülibach einfassen. Der neue «Mülihof» ist eine gelungene Neuauflage des Alten.
Foto: Dominique Wehrli

Foto: Rolf Siegenthaler, BBL
Ausgezeichnet
Das Bundesamt für Bauten und Logistik BBL baut ab einer bestimmten Gebäudegrösse konsequent nach Nachhaltigkeitsstandards wie SNBS oder Minergie-P/A-Eco. Der Bau der Architekten Aebi & Vincent trägt zudem als erstes Bauprojekt mit «Platin» die höchste Auszeichnung des Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz Hochbau. «SNBS Hochbau» umfasst Bedürfnisse von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt in Planung, Bau und Betrieb einer Immobilie.
Ausserdem ist das neue Verwaltungsgebäude auf dem Areal des ehemaligen Eidgenössischen Zeughauses in Bern ebenfalls nach «Minergie-P-Eco» zertifiziert. Die Energieversorgung des neuen Verwaltungsgebäudes erfolgt durch erneuerbare Energien: Abwärmenutzung, Erdwärme-Sonden und Energiepfähle. Die Betonpfähle, die aus statischen Gründen für die Fundation des Gebäudes eingesetzt wurden, dienen dabei gleichzeitig als Energieabsorber. Auch eine Fotovoltaik-Anlage liefert einen Teil der Energie.


Publikationen
Solarenergie und Baukultur
Solarenergie zu nutzen macht Sinn – vor allem auch bei Bauten. Deshalb beauftragte das Bundesamt für Kultur BAK ein interdisziplinäres Team unter der Leitung der Fachhochschule Genf (Hepia), mögliche Wege aufzuzeigen, wie die Produktion von Solarenergie mit städtebaulich überzeugenden Lösungen einhergehen kann. Die Broschüre «Solarkultur – Solarenergie gekonnt mit Baukultur verbinden» kann man online herunterladen.

Zertifizierung von Hochschularealen
Da die 2000-Watt-Areal-Zertifizierung vermehrt auch für Hochschulareale nachgefragt wird, hat das Bundesamt für Energie eine Studie zur Gebäudekategorie Hochschulen in Auftrag gegeben. Der Schlussbericht inklusive Berechnungsverfahren Mobilität kann hier heruntergeladen werden.

Von den Mitgliedern
Zwei Studien zu Fassaden
Die Stadt Zürich hat diesen Frühling gleich zwei neue Studien veröffentlich. Die erste Studie untersucht den wärmedämmenden Reprofiliermörtel für die Sanierung von Sichtbetonfassaden. Die zweite Studie befasst sich mit langlebigen Aussenwärmedämmungen.

Veranstaltungen, Weiterbildung
Fachpartner-Jahresanlass
Am 12. September 2019 veranstaltet eco-bau zum ersten Mal einen Jahresanlass für seine Fachpartner. Der Anlass findet auf dem Campus Muttenz der FHNW statt und widmet sich zum einen dem Austausch unter den Fachpartnern und zum anderen dem Thema Recyclingbeton. Eine Führung durch das Campus-Gebäude und ein Apéro runden das Programm ab. Alle Fachpartner sind herzlich eingeladen.
Sollten auch Sie an einer Fachpartnerschaft und an diesem Anlass interessiert sein, so wenden Sie sich bitte an Barbara Sintzel: barbara.sintzel@eco-bau.ch.
Informationen zur Fachpartnerschaft eco-bau finden Sie hier.

Datum, Ort: September 2019, 14-18h Campus FHNW in Muttenz

Urban Mining – Bauen in der Kreislaufwirtschaft
Immer knapper werdende Ressourcen führen dazu, dass sich die Baubranche vermehrt Gedanken über die Mehrfachnutzung und Wiederverwertung von Materialien und alternative Konstruktionsmethoden macht. In diesem eintägigen Seminar wird erörtert, wie sich Kreisläufe im Bauen schliessen lassen.

Datum, Ort: 26. September 2019, 9-17h, NEST Empa in Dübendorf

Weitere Informationen und Anmeldung

Mehr Grün für ein gutes Stadtklima
Schulhäuser, Kindergärten und Verwaltungsgebäude unterliegen besonders hohen Anforderungen. Ein solches Gebäude zu bestellen, will gelernt sein. Im eintägigen Kurs vermitteln diverse Referenten – unter anderem auch eco-bau – wie ein Gebäude hinsichtlich Energieeffizienz, Materialisierung, Raumangebot, Tageslicht, Wärmeschutz, Luftwechsel oder naturnahem Aussenraum zum Vorzeigeobjekt wird.

Datum, Ort: 25. Oktober 2019, 9-17 Uhr, SIA-Form Schulungszentrum in Zürich

Weitere Informationen und Anmeldung

Klimakompatibel Bauen 
Die Erwärmung in der Schweiz nimmt, verglichen mit dem globalen Mittel, deutlich zu. Entsprechend gross sind die Folgen und der Handlungsbedarf. Im Vertiefungskurs von eco-bau und SIA setzen wir uns mit den Schweizer Klimaszenarien auseinander und fragen, was dies für die Planung und Realisierung von Gebäuden bedeutet

Datum, Ort: 15. November 2019, 9-17 Uhr, SIA-Form Schulungszentrum in Zürich

Weitere Informationen und Anmeldung

Geschäftsstelle eco-bau I Röntgenstrasse 44 I 8005 Zürich I info@eco-bau.ch
Barbara Sintzel / Ariana Pradal

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