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1/2020 | 10. März

Liebe Leserinnen und Leser

Dieser Newsletter informiert Sie über die Änderungen in den Instrumenten und der eco-bau Methodik Baumaterialen mit ihren Anhängen. Alle diese aktualisierten Dokumente sind nun online:Nachfolgend stellen wir Ihnen die wichtigsten Punkte vor und erläutern deren Auswirkungen.  

Marianne Stähler
Verantwortliche Eco-Produkte

Eco-bau-Methodik Baumaterialien
Methodik Baumaterialien 2020 – Änderungen
Die Methodik erläutert, wie eco-bau Baumaterialien bewertet und welche Grundlagen zur Anwendung kommen. Die wichtigsten Entscheide sind in der Methodik auf Seite 4 aufgeführt. Zusammengefasst heisst das:
  • Fehlen bei einem Verwendungszweck die Zielwerte für die graue Energie, so ergibt sich die gleiche Bewertung, wie wenn die graue Energie gering wäre.
  • Maximaler Biozidgehalt in Topf-Konservierungsmitteln ist neu 0.04% anstelle wie bisher 0.03%. Umwelt- und gesundheitsrelevante Bestandteile in Topfkonservierungsmitteln sind zugelassen.
  • Anerkennung des Label Eco-Institut für das Kriterium der Lösemittel.
  • Präzisierung in der Bewertung von emittierbaren Schwermetallen und bleihaltigen Baustoffen.
 Details finden Sie hier.

Zielwerte 2020 – Worum geht es?
Bei der Bewertung von Baumaterialien in den Instrumenten und der Eco-Produkteliste gibt es die Bewertung eco-1 (1. Priorität) und eco-2 (2. Priorität). Um die Abgrenzung und Einordnung vorzunehmen, macht der Fachbereich Material eine ökologische Bewertung sämtlicher Materialien einer Leistungskategorie und vergleicht die graue Energie der Materialien.
Materialien mit wenig grauer Energie erfüllen den Zielwert «gering» und die mit mittlerer grauer Energie den Zielwert «mittel». Die Grenzziehung erfolgt so, dass etwa ein Viertel der Baumaterialien den Zielwert «gering» (eco-1), und etwa ein Viertel der Baumaterialien den Zielwert «mittel» (eco-2) erfüllen.
Die Restlichen haben zu viel graue Energie für ein eco-1 oder eco-2.Diese Grenzziehung wird bei jeder Überarbeitung geprüft. Änderungen sind in diesem Dokument zu finden auf den letzten Seiten in Rot.


Neue Zielwerte und Überarbeitung für Putze
Grundputze, Deckputze und Wärmedämmputze wurden neu bewertet. Bei den Deckputzen werden neu in der 2. Priorität die Sumpfkalkputze und die Silikatputze gekennzeichnet. Bei den Wärmedämmputzen sind Produkte mit Perlitzuschlag in der 1. Priorität gekennzeichnet. Diese neuen Empfehlungen sind in den Eco-Devis 348 und 671 und in den Eco-BKP 226 und 271 zu finden.

Neue Zielwerte für Kanalrohre bis 200 mm Durchmesser
Die neuen Zielwerte für Kanalrohre sind abhängig vom Durchmesser. Neu erfüllen Steinzeugrohre den Zielwert 2 (eco-2). Die Druckstufen haben keinen Einfluss auf die Beurteilung. Diese neuen Empfehlungen sind im Eco-Devis 237 und im Eco-BKP 211 zu finden.

Nachweis Holzlabel bei Holzprodukten
Der Einsatz von Holz ist aus ökologischer Sicht zu begrüssen, vor allem wenn das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Heute anerkennt eco-bau hierfür die Holzlabels FSC, PEFC und HSH (Herkunftszeichen Schweizer Holz). Für die Bewertung von Eco-Produkten ist es wichtig, die Lieferkette von Anfang bis Ende nachzuverfolgen zu können. Damit dies geprüft werden kann, ist eco-bau auf die COC-Zertifikate (Chain of Custody, dt. Produktketten-Zertifizierung) der Unternehmen angewiesen. Erst wenn dieses Zertifikat für alle Verarbeitungsstufen vorhanden ist (inkl. Bestätigung des Zertifikats auf dem Lieferschein), kann der Bestellende sicher sein, dass das Holz wirklich aus nachhaltiger und kontrollierter Quelle stammt.
Bereits heute verfügen 1220 innovative Firmen über ein COC-Zertifikat – auch in der Baubranche wie z.B. Kronospan, Velux, 4b Fenster, Konrad Keller oder Blumer Lehmann. Eco-bau möchte weitere Firmen ermutigen, die Nachvollziehbarkeit von nachhaltig beschaffenem Holz transparent zu machen.

Eco-Instrumente
Grundsätzliche Erläuterung zu den Eco-Devis 
Die jährliche Überarbeitung der Eco-Devis kann folgende Aktivitäten betreffen:
  • Weitere NPKs werden mit ökologischen Vorgaben und Empfehlungen ergänzt.
  • Neu wird die Position 080 «ökologisches Bauen» eingefügt, welche die übergreifenden Vorgaben definiert.
  • Ausserdem werden in den Eco-Devis die Positionen mit Materialvorgaben ökologisch bewertet. Dazu braucht es zuerst eine ökologische Bewertung sämtlicher Materialien einer Leistungskategorie, damit Zielwerte für Benchmarks errechnet werden können.
  • Bestehende Eco-Devis werden aktualisiert. Dabei werden z.B. die Zielwerte überprüft oder neue Materialien ergänzt.
Obige Ergänzungen werden in den Eco-BKP nachgeführt oder es entstehen neue Eco-BKPs.

Neues Eco-Devis für den NPK 631 (Trennwände)
Neu sind im NPK 631 auch eco-bau Vorgaben verfügbar. Sowohl in den 080 Positionen als auch in den Leistungspositionen. Insbesondere enthält der NPK die ökologischen Anforderungen zu Holz, Holzwerkstoffen, zu Dämmstoffen und zu Oberflächenbehandlungen in den Positionen 082 und 083.
Im Zuge dieser Überarbeitung wurden erstmals ökologische Kriterien für Trennwände erstellt. Anhand einer Marktanalyse wurden die Wände in vergleichbare Verwendungszwecke (Funktionseinheiten) eingeteilt, die graue Energie der verschiedenen Konstruktionen verglichen und danach Zielwerte festgelegt. Die Zielwerte variieren je nach Verwendungszweck. Grundsätzlich schneiden Trennwände aus Holz- und Holzwerkstoffen am besten ab. Diese Resultate sind auch im neu erstellten Eco-Devis 631 ersichtlich und im Eco-BKP 276 – Innere Abschlüsse.





Erstmals Werte zur grauen Energie für Baumaterialien aus Stahl (NPK 612)
Im Eco-BKP 213 und Eco-Devis 612 wurden erstmalig die Stützen und Träger unter gleichen Lastbedingungen bewertet. Bei den bereits früher bewerteten Verwendungszwecken wie Handläufe, Geländer und Abdeckungen für Vordächer hat sich in der Kennzeichnung der Materialien einiges verändert.

Überarbeitung der Materialempfehlung zu Belägen aus Linoleum, Kunststoffen und Textilien (NPK 663)
Der NPK 663 wurde vom CRB aktualisiert. Somit wurden auch unsere Empfehlungen aktualisiert. Auf Leistungsposition ergaben sich für die Kennzeichnung der Baumaterialien einzelne Änderungen. Neu sind Teppiche aus Schafwolle in Analogie zum GuT-Label mit max. 210 mg Mottenschutzmittel/Permethrin pro kg Wolle zugelassen. Wollteppiche ohne Mottenschutzmittel sind jedoch erhältlich.Diese Resultate sind auch im Eco-BKP 281 aktualisiert.

Neue Vorgaben zu Garten, Dach- und Fassadenbegrünung
Die Vorgaben in den eco-bau Instrumenten tragen auch zu einem besseren Stadtklima bei. Dies z.B. mit der Empfehlung zur Fassadenbegrünung oder den Empfehlungen zu den Gartenarbeiten im Eco-BKP 421. Hier wurden umfangreiche Ergänzungen zum Thema Biodiversität (Einbezug der Nutzenden, Pflege und Unterhalt, Problempflanzenbekämpfung, Naturinventar, Renaturierung, ökologische Vernetzung, Dach- und Fassadenbegrünung, Nisthilfen, Schutz von Naturwerten), zu Kinderspielplätzen und zur Materialwahl ergänzt. Weitere Empfehlungen zu begrünten Dächern, Substrat und Wurzelschutz sind im Eco-BKP 224 zu finden.

Veranstaltungen eco-bau
Termine Lehrgang eco-bau 2020
Auch dieses Jahr findet wieder DER Lehrgang zum nachhaltigen Bauen statt. Ziel des Lehrgangs ist es, einen Überblick über das nachhaltige, gesunde und ökologische Bauen zu erhalten. Die theoretischen Inhalte können an einer eigenen Aufgabenstellung gleich in die Praxis umgesetzt werden. Die Kurstage können auhc einzeln gebucht werden.

Konzepte für nachhaltiges Bauen
Zürich I Dienstag, 31.3.2020 I 9:00-17:00

Gesundes Innenraumklima
Zürich I Dienstag, 5.5.2020 I 9:00-17:00

Aufgepasst bei der Materialwahl
Zürich I Dienstag, 9.6.2020 I 9:00-17:00

Optimierung eines Planungs- und Bauprojekts (Praxisarbeit)
Zürich I Dienstag, 25.8.2020 I 9:00-17:00

Inhouse Schulung für Hersteller und Kunden der Eco-Produkte
Falls Sie eine auf sich zugeschnittene Schulung zu den Eco-Produkten für Ihre Mitarbeitenden buchen möchten, wenden Sie sich an: produktbewertung@eco-bau.ch. Gerne nehmen wir dann mit Ihnen Kontakt auf.

Geschäftsstelle eco-bau I Röntgenstrasse 44 I 8005 Zürich I newsletter@eco-bau.ch 
Marianne Stähler

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