Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.

3/2020 | 30. Juni

Die Klimafrage ist zurück ⛱

Es ist Sommer und wir fragen uns: Wird es wieder so heiss? Die Stadt Zürich reagiert auf die Klimaerwärmung mit der Fachplanung Hitzeminderung, denn Städte sind davon besonders stark betroffen.
Eco-bau reagiert mit Bildung. Wir bieten unsere letztjährigen Herbstkurse, die beide ausgebucht waren, im September nochmals an: Mehr Grün für ein gutes Stadtklima und Klimakompatibel Bauen.

Bleiben Sie gesund und bewahren Sie einen kühlen Kopf!
Ihr eco-bau Team

Fokus
Wenn der Klimawandel Städte aufheizt
Nicht nur die Stadt Zürich hat mit ihrer Fachplanung Hitzeminderung die wichtigsten Handlungsfelder identifiziert und einen Massnahmenkatalog bis 2023 skizziert. Auch andere Städte wie Basel zeigen mit Klimakarten, wo die Hitze heute und in Zukunft zum Problem wird. Im Zentrum der Umsetzungsagenda der Stadt Zürich stehen die Hitzeminderung im Aussenraum sowie der Erhalt der Kaltluftströme. Angesprochen ist nicht nur die Stadtplanung selber, sondern auch Hochbauämter, Bauherren und Architektinnen und Architekten. So z. B. in den folgenden Themen:
  • Prüfung und Verankerung der Hitzeminderung in der Nutzungsplanung
  • Berücksichtigung der Hitzeminderung in Architekturwettbewerben
  • Pilot- und Leuchtturmprojekte mit besonderer Berücksichtigung der Hitzeminderung
  • Integration der Hitzeminderung in neuen Planungsgrundlagen und Freiraumkonzepten
  • Erhalt und Neupflanzung von Bäumen auf öffentlichen und privaten Grundstücken
  • Pilotprojekte städtische und private Vertikalbegrünungen

Im Anhang 2 der Umsetzungsagenda werden die Massnahmen beschrieben. Wer sich einen schnellen Überblick zum Thema verschaffen möchte, schaut die Einstein-Sendung vom 25. Juni 2020 auf SRF.

Abb. links zeigt den Ist-Zustand und Abb. rechts klimaoptimierte Situation. Tagessituation: PET 14 Uhr, 2 m über Grund. Grafik: Fachplanung Hitzeminderung. Stadt Zürich (Hrsg.), 2020.


Minergie-A-ECO ist der Klimastandard
Der Kombinationsstandard Minergie-A-ECO von Minergie und eco-bau enthält heute bereits viele Vorgaben, die dem klimakompatiblen Bauen entsprechen.
So werden Minergie-Gebäude in der Regel mit erneuerbarer Energie beheizt, und der Einbau von energieeffizienten Geräten verlangt. Der Baustandard Minergie-A gewährleistet eine höhere energetische Unabhängigkeit durch Eigenproduktion dank grosser Photovoltaikanlagen. Eine gute Tageslichtsituation trägt bei ECO dazu bei, dass Kunstlicht möglichst sparsam eingesetzt wird.
In der Erstellung und bei der Materialwahl wird im Zusatz ECO auf tiefe, graue Energie und neu auch tiefe Treibhausgas-Emissionen geachtet.
Auf die zunehmende Hitze im Sommer hat Minergie eine Antwort: So ist ein gut funktionierender Sonnenschutz heute Pflicht. Ausserdem leistet die Begrünung am Bau oder die begrünte Umgebung im Zusatz ECO einen Beitrag zur Hitzereduktion.
Vorgaben zu wassersparenden Armaturen verringern dessen Verbrauch und Energiebedarf für die Warmwasseraufbereitung. Was sind Ihre Erfahrungen dazu? Worauf sollen wir in Zukunft noch mehr Wert legen? Bitte melden Sie sich bei uns.


Treibhausgas-Emissionen berechnen
Mit dem Standard Minergie-ECO 2020 wurden erstmals für alle Gebäudetypen (Verwaltung, Schulen, Wohnbauten, Verkaufslokale, Gewerbeliegenschaften etc.) Grenzwerte für Treibhausgas-Emissionen entwickelt. Dabei entspricht der tiefere Grenzwert einer vorbildlichen und CO2-sparenden Bauweise, während der höhere Grenzwert einer Bauweise entspricht, die angesichts der Klimakrise von allen Gebäuden unterschritten werden sollte.
Damit bereits früh in der Planung abgeschätzt werden kann, ob ein Projekt in Bezug auf Treibhausgas-Emissionen der Baumaterialien gut abschneidet oder nicht, hat eco-bau ein einfaches XLS Tool erarbeitet, das auf der Webseite von Minergie unter dem Standard ECO gratis zur Verfügung steht. So kann eine Architektin oder ein Architekt schon den ersten Entwurf hinsichtlich der grauen Energie und der Treibhausgas-Emissionen überprüfen und optimieren.
Ausserdem entwickelt eco-bau aktuell ein Plug-in für dir Software Revit, das es Planern erlaubt, den Entwurf bezüglich grauer Energie und grauer Treibhausgase zu optimieren. Später soll das Plug-in auch für ArchiCAD zur Verfügung stehen.


Mit 33 Ideen gegen die Klimakrise
In der Maiausgabe der Zeitschrift Hochparterre und auf hochparterre.ch sind in der Titelgeschichte 33 Ideen versammelt, wie Architektinnen, Architekten, Bauherrschaften und Ingenieure gegen die Klimakrise bestellen und entwerfen können. Denn der Gebäudepark verursacht etwa 40 Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses.
Eco-bau empfiehlt diese 33 Klimatipps, da sie die richtigen Fragen in allen Bauphasen stellen.
Minergie-ECO 2020 fordert schon heute die Optimierung der grauen Treibhausgase ein. Die Instrumente Eco-BKP und Eco-Produkte für die Materialisierung helfen klimabewusst zu entscheiden.
Der Sonderdruck mit den 33 Ideen gegen die Klimakrise kann beim Verlag kostenlos bestellt werden.


Klimaglossar
Das Klimaglossar vom Bund soll helfen, dass Fachleute und Menschen in Ausbildung die Begriffe zum Thema Klima einheitlich verwenden. Das Glossar beschreibt rund 30 wichtige Basisbegriffe kurz und verständlich, und verweist auf weiterführende Informationen und Quellen.

Nachhaltige Gebäude
Low-Tech auf dem Industrieareal
Mitten in der Viscosistadt in Emmenbrücke LU wurde kürzlich das Low-Tech-Bürogebäude Emmenweid als Ersatzneubau in Betrieb genommen. Baumschlager Eberle Architekten übernahmen dafür das Konzept ihres inzwischen siebenjährigen, wegweisenden Projekts 2226 (Raumtemperatur 22-26°C), das in Lustenau im Vorarlberg steht: Viel träge thermische Masse in Form von starkem Mauerwerk, Betondecken und Böden, gepaart mit guter Wärmedämmung und mässigem Glasanteil, während Menschen, Geräte, Beleuchtung und Sonne die Wärmequellen bilden.
Das Innenraumklima wird dabei über sensorgesteuerte Lüftungsflügel geregelt. Dadurch können Heizkörper und Lüftungskanäle weggelassen werden. Eine effiziente Nutzung des Tageslichts wird durch geschickte Positionierung der Fenster erreicht. Der Verzicht auf ein Untergeschoss und Gebäudetechnik reduziert die graue Energie. Eine Einschätzung zum neuen Gebäude von Baumschlager Eberle ist im Tagesanzeiger nachzulesen.

Foto: Roger Frei

Neues aus dem Verein eco-bau
Schweizer Gebäudelabels im Überblick
GEAK, Minergie, SNBS und 2000-Watt-Areal sind vier Schweizer Gebäudelabels, die EnergieSchweiz kurz und bündig auf ihrer Website erklärt. Eco-bau bringt die Themen des gesunden und ökologischen Bauens sowohl bei Minergie im Zusatz ECO, wie auch beim SNBS ein.
Die vier Labels haben zusammen mit eco-bau und weiteren Organisationen Mitte Mai die Charta Gebäudelabels Schweiz unterschrieben, in der sie sich gemeinsam den Klimazielen der Energiestrategie 2050 verschrieben haben. Sie alle streben eine engere Zusammenarbeit an.


HSR ist neues Mitglied
Eco-bau zählt mit der Hochschule für Technik Rapperswil HSR 14 Bildungsinstitutionen zu unseren Mitgliedern. Wir freuen uns, dass gesundes und nachhaltiges Bauen auf immer mehr Interesse in der Bildung stösst. Die HSR ist in den Bereichen Ausbildung, Weiterbildung sowie in der anwendungsorientierten Forschung tätig. Die Hochschule ist Teil der Fachhochschule Ostschweiz FHO.

Neu im eco-bau Team
Seit Kurzem verstärkt Daniela Eising das eco-bau Team im Bereich Eco-Produkte und Basil Monkewitz im Fachbreich Gebäude und bei den Fachpartnern. Das heisst für unsere Mitglieder und Fachpartner mehr Fachkompetenz auf der Geschäftstelle.

Nachhaltig und gesund bauen
Merkblätter für Low-Tech-Komponenten
Ein aktuelles Beispiel eines Low-Tech-Gebäudes steht im St. Galler Rheintal. Die Erweiterung des Landwirtschaftlichen Zentrums in Salez zeichnet sich aus durch ein klares Raster, hohe Räume, eine einfach bedienbare manuelle Lüftung, konstruktiven Sonnenschutz und Materialien mit niedrigem Anteil an grauer Energie.
Für Planungs- und Baufachleute hat Runder Tisch Energie und Bauen anhand dieses Projekts eine Reihe von Infoblättern publiziert. Sie erklären Zusammenhänge und Lösungsansätze von der Planung bis zur Ausführung verschiedener Low-Tech-Komponenten am Gebäude.


Publikationen
Faktor-Heft Transformation
Ein bestehendes Quartier, das sich auf dem Weg zum 2000-Watt-Areal befindet, kann neu als Areal in Transformation zertifiziert werden. Das aktuelle Themenheft Transformation stellt das Konzept sowie die ersten zertifizierten Areale vor. Dabei kommen nebst dem Nobelpreisträger Jacques Dubochet verschiedene Akteure zu Wort. Es wird über die Resultate der Pilotphase berichtet und Lösungsansätze für die nachhaltige Transformation werden thematisiert.

Faktor Verlag, Zürich, 2019. 48 Seiten, 30 Franken. Bestellen

Veranstaltungen und Weiterbildung eco-bau
Mehr Grün für ein gutes Stadtklima
Im Vertiefungskurs von eco-bau und SIA wird die Bedeutung unserer Freiräume für eine qualitätsvolle Innenentwicklung angesprochen. Denn diese tragen zur Integration und Akzeptanz von Bauten im städtebaulichen Umfeld bei. Im Kurs wird die Seite der Bestellung beleuchtet, und es werden Lösungsansätze vermittelt, die zu mehr Nachhaltigkeit in der Planung führen.

Datum, Ort: 11. September 2020, 9-17 Uhr, SIA-Form Schulungszentrum in Zürich
Flyer und Anmeldung

Klimakompatibel Bauen
Die Erwärmung in der Schweiz nimmt, verglichen mit dem globalen Mittel, deutlich zu. Entsprechend gross sind die Folgen und der Handlungsbedarf. Im Vertiefungskurs Klimakompatibles Bauen von eco-bau und SIA setzen wir uns mit den Schweizer Klimaszenarien auseinander und fragen, was dies für die Planung und Realisierung von Gebäuden bedeutet. 

Datum, Ort: 30. September 2020, 9-17 Uhr, SIA-Form Schulungszentrum in Zürich
Flyer und Anmeldung

Veranstaltungen und Weiterbildung anderer Anbieter
Dachbegrünung unterhalten
Begrünte Dächer sind ökologische Ausgleichsflächen. Sie sind wertvoll für Flora und Fauna und wirken der sommerlichen Hitze in bebauten Gebieten entgegen. Begrünte Dächer verbessern das Stadtklima.
Für den sachgemässen Unterhalt sind jedoch einige Grundkenntnisse nötig. In diesem Kurs lernen Sie, wie Sie diese Flächen effizient und naturnah unterhalten, Problemen vorbeugen, und so einen Mehrwert für Mensch und Natur schaffen.

Datum, Ort: 9. September 2020, 9-17h, Zürich
Veranstalter: Sanu
Infos und Anmeldung / Flyer

CAS Innenarchitektur an der HSLU
In Zukunft werden 75% aller Bauarbeiten den Um- und Weiterbau betreffen. Das Institut für Innenarchitektur an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur trägt diesen Umständen Rechnung und bietet im Herbst 2020 drei neue Weiterbildungskurse zum Thema Bauen im Bestand an. Mit dem erfolgreichen Besuch von drei Weiterbildungskursen und einer schriftlichen Abschlussarbeit kann neu ein CAS Innenarchitektur erworben werden. 

Mehr zu den neuen drei Weiterbildungskursen: Entwerfen im Baubestand, In-Wert-Setzen im Baubestand, Architekturpsychologie im Baubestand

Energie-Versorgungssicherheit in der Schweiz
An der Jahrestagung des Energie-Cluster geht es rund um die Versorgungssicherheit in der Schweiz. Referenten erörtern, wie die aktuelle und künftige Situation in der Schweiz aussieht, und wie der Bedarf der Versorgung sein wird.

Datum, Ort: 9. September 2020, 13-17h, PostFinance-Arena, Bern
Veranstalter: Energie-Cluster
Infos und Anmeldung

Geschäftsstelle eco-bau I Röntgenstrasse 44 I 8005 Zürich I info@eco-bau.ch
Barbara Sintzel / Ariana Pradal

Wenn Sie diese E-Mail nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.